REIKI JIN KEI DO. Der Weg von Mitgefühl und Weisheit
(Hintergrundinformation)


REIKI (jap.): universelle Lebensenergie
(wörtl.: REI = “heilig”, “Geist”, “Geheimnis” oder “Gabe; KI = “Energie”, “Natur”, “Talent”, “Gefühl”).

Jin - Compassion / Mitgefühl
Kei - Wisdom / Weisheit
Do - Way or Path / Weg

1. Anmerkungen und Gedanken über die buddhistischen Verbindungen von Reiki
2. DIE LEBENSGESCHICHTE DES MIKAOMI USUI
3. DR. USUIS BRIEF MIT RATSCHLÄGEN FÜR SEINEN NACHFOLGER

1.
Anmerkungen und Gedanken über die buddhistischen Verbindungen von Reiki

Dr. Usui schuf oder formulierte ein System säkularen Heilens und einfacher spiritueller Praxis. Dieses formulierte er für jedermann 3eden Glaubens oder ohne Glauben, auch wenn der Ursprung des Systems aus dem Buddhismus stammte. Das buddhistische Material lehrte er nur Buddhisten, die Zuflucht in den Mahayana- oder in den Vajrayanabuddhismus genommen und die Verpflichtung hatten, diese Lehren zu praktizieren. Laut Dr. Usui gab es sieben Stufen seiner Studien, die keinen Zusammenhang mit den sieben Stufen der"StrahlenTechnik" oder mit irgendeinem anderen "erfundenen" oder gechannelten System des "zusätzlichen Reiki" haben. Die erste Stufe bestand in den äußeren Belehrungen, die die ReikiStufen 1- 3 ausmachen. Die fortgeschrittenen Stufen waren die inneren buddhistischen Belehrungen im Zusammenhang mit dem heiligen Tantra, das er zusammen mit anderen (damit. A. d. 0.) verbundenen buddhistischen Belehrungen der esoterischen Schule des Buddhismus in Japan studiert und ausgelegt hatte. Das Material, das Dr. Usui im Zusammenhang mit Reiki studiert hatte, kam vom Buddha in Nordindien über China nach Japan. Diese Belehrungen erreichten Japan im 8. und 9. Jahrhundert, übertragen überwiegend von Kobo Daishi (Kukai). (Anmerkung: In Tibet begann sich der Buddhismus zu dieser Zeit gerade zu etablieren.) Eines der Tantras, das Usui lehrte, war bekannt als das Tantra des Auffeuchtenden Blitzes. Es scheint so, als ob dieses Tantra im Laufe der Jahrhunderte außer Gebrauch gekommen war, nur um um die Jahrhundertwende 1900 durch` den Arzt Mikao Usui wieder gefunden zu werden. Als er es in Japan erforschte, fand er parallele Belehrungen, die aus Tibet stammten.

Dr. Usui brachte die buddhistischen Belehrungen des Tantra des Aufleuchtenden Blitzes und andere Dharmas (buddhistische Belehrungen) hervor oder aktualisierte sie, da es keine lebende Linie von Lehrern, die die Belehrungen praktizierten, gab. Er lehrte dieses Material, aber nach Usuis Tod 1925 wurde der spirituelle Aspekt (die inneren buddhistischen Belehrungen) abermals ungebräuchlich. Während der Befreiung nach dem 2. Weltkrieg wurden glücklicherweise die niedergeschriebenen Belehrungen Usuis 1946 in Japan durch ein Lackkästchen der Vergessenheit entrissen, das von einem Wandermönch verkauft wurde, der Geld sammelte, um sein Kloster im Nordosten Tokyos wieder aufzubauen und seine Mitbrüder mit Essen zu versorgen. 1962 wurde der Inhalt vom Britischen Museum beurteilt, der Schriftstücke von aus dem 11. Jahrhundert bis in die 1920er Jahre zum Vorschein brachte. Die Titelseiten wurden übersetzt, und sie umfaßten Kopien des Mahavairocana- Sutra, Kopien von Kommentaren und Vorträgen von Kukai und anderen Shingon- Lehrern; ein Tendai- Dokument aus dem 13. Jahrhundert, das Exzerpte aus verschiedenen buddhistischen Sutras einschloß (einschließlich des Lotos- und des Blumenschmuck- Sutras); eine Sammlung medizinischer und Heilungsbelehrungen, die von Sakyamuni Buddha enthüllt wurden, genannt Tantra des Aufleuchtenden Blitzes; zahlreiche von Dr. Usui und seinem Schüler Watanabe geschriebene Briefe und Notizen.

Sie kamen dann in die Hände eines fortgeschrittenen Praktizierenden sowohl des tibetisch/ bhutanesischen und als auch des Shingon- Vajrayana- Buddhismus Lama Yeshe Drugpa Thrinley Odzer ( dem Sohn des Käufers des Kästchens). Als die Belehrungen übersetzt wurden, wurden die höheren Teachings und Ermächtigungen, die im Tantra und in Dr. Usuis Notizen ausführlich (dargestellt) waren, "aktualisiert", so daß sie in der Art, in der Usui sie seinen Schülern übergeben haben würde, weiter gegeben werden konnten. Diese Teachings werden nun Men Chhoso Rei Kei (Medicine Dharma(D Rei Kei ) genannt und sind nur für Buddhisten verfügbar.

Usui Sensei entwickelte das Heilsystem aus dem Esoterischen Buddhismus im frühen 19. Jahrhundert; einer seiner Nachfolger, Seiji Takamori, erforschte die Verbindung zum Tibetischen Buddhismus. Der Ehrwürdige Seiji Takamori war ein japanischer Zen- Mönch und Reiki- Meister, der auf der Suche nach der Erleuchtung Nordindien, Nepal und Tibet bereiste. Dort studierte er 20 Jahre lang und fand spirituelle Praktiken, die (in einer anderen Form) alles enthielten, was er vorher durch Reiki gelernt hatte (aber da war noch viel mehr). Folglich schloß er, daß es sich um eine parallele Linie von Belehrungen des Buddha im Zusammenhang mit Heilen und Meditation handelte. Die Essenz der Entdeckung des Ehrwürdigen Seiji Takamori wird über seine Usui- Reiki- Linie gelehrt, die jetzt Reiki Jin- Kei Do @ (Der Weg von Mitgefühl und Weisheit durch Reiki) genannt wird, und die fortgeschrittenen, buddhistischen Praktiken als Buddho- EnerSense@ bezeichnet werden.

Das Oberhaupt der Linie (Dr. Ranga Primaratna) und verschiedene Reiki JinKeiDo- Lehrer glauben, daß die Symbole des Reiki in erster Linie Werkzeuge sind, um die Meditation und den Fortschritt zur Erleuchtung zu unterstützen. Ihre zweite Funktion besteht in der Verbindung zum Heilen. Gerade wie die Kunst der Akupunktur ihre Ursprünge in den spirituellen Praktiken der taoistischen Mystiker hat - wie das Halten der Hände auf Punkte und Gesten des Körpers - haben sich im Laufe der Zeit spirituelle Praktiken zu einem säkularen System des Heilens entwickelt, das weitgehend bar seiner spirituellen Ursprünge ist. Genau so ist Reiki auf den Stufen 1 - 3 ein säkulares Heilsystern mit einem begrenzten spirituellen Ausblick geworden.

Der Buddha war bekannt als " der große Arzt" und seine Belehrungen sind die Medizin, um alle Leiden in Samsara (dem Rad von Geburt und Tod) zu lindern. Das Heilen für eine Sache der körperlichen Ebene oder dieser Lebensspanne zu halten, bedeutet, eine sehr enge Sichtweise des Heilens einzunehmen.

0. h., Usui nahm die komplexen Lehren des Buddhismus und vereinfachte sie so, daß jeder auf einer bestimmten Ebene Zugang zu den unterstützenden und heilenden Qualitäten haben könnte. Dr. Usui folgte beider Beispiel Jesus und Shakyamuni - dahingehend daß er aus dem Herzen des Mitgefühls heraus agierend versuchte seine Belehrungen in Abhängigkeit von den Fähigkeiten des Studenten zu geben, und wenn sie sich in ihrer Praxis und ihrem Verständnis entwickelten, wurden sie weiter belehrt.

Folglich wurde eines von Reikis Werkzeugen, die Symbole, aus komplexerem Material abgeleitet. Die Namen der Symbole sind nicht die Mantras, die sich auf das originale Material beziehen. Die Namen sind japanisch, da Dr. Usui auf Japanisch (ehrte und hatte das Bedürfnis, die Qualitäten dieses Materials in einer Form auszudrücken, die Bedeutung trug. Die Namen beschreiben in allgemeinen Begriffen (wie die Spitze des Eisbergs) einige der Qualitäten und/ oder der Funktionen. Einige der vier Reiki- Symbole können zurückverfolgt werden bis ins Sanskrit und späteres Material des tibetischen, chinesischen und japanischen Buddhismus, aber nicht bis zu einem einzelnen Kanji (japanisches Silbenzeichen. A. D. 0.) oder zu einem Buchstaben aus dem Sanskrit- Alphabet.


Copyright: Gordon und Dorothy Beil

Gordon und Dorothy Beil
Reiki Master Teachers of Reiki: Jin- Kei Do
Reiki Master Teacher Members of Reiki Kyokai Usui Shiki Ryoho.
Teaching Masters of Buddho-Ener-Sense with The International Buddho-EnerSense
Training Association & Network.
Rei-Kei Sensei with Men-Chhos-Re-Kei@ Internationl, Inc.

218 Osborne Road, Jesmond, Newcastle upon Tyne NE2 31-13 United Kingdom
Tel/Ans/Fax: +44 (0) 191 281 7442
E-mail- 106622 1776e_compuserve.com,

Legende A. d. 0.

Deutsche Erstübersetzung: C. Bernet, Februar 2001


Anmerkung der Übersetzerin

Sarva mangalam

2.
DIE LEBENSGESCHICHTE DES MIKAOMI USUI

Von Gejong Palmo, Reiki- Meister

Mikaomi Usui wurde am 15. August 1865 im Dorf Yago in der Präfektur Gifu geboren, wo seine Familie seit 11 Generationen lebte. Seine Familie gehörte zur Tendai- Sekte des Buddhismus. Als er 4 Jahre alt war, wurde er in ein TendaiKloster geschickt, um dort seine Grundschulbildung zu erhalten. Er war ein guter Schüler und sehr aufgeweckt.

Usui durchlief eine höhere Erziehung und erreichte den Doktorgrad in Literatur. Er sprach viele Sprachen und war in Medizin, Theologie und Philosophie sehr bewandert. Wie viele Intellektuelle dieser Zeit war Usui von der aus dem Westen kommenden "Neuen Wissenschaft" fasziniert. Während dieser Zeit (den 1880er und 1890er Jahren) hatte der Meiji- Kaiser ein neues Regime eingeführt, das die Shogune stürzte und Japans Feudalstaaten direkt unter die Kontrolle der Zentralregierung brachte, die nach Tokyo verlegt wurde. Unter diesem neuen Regime wurden die "alten Ideen" zugunsten der Modernisierung verworfen, und das Land wurde erstmalig für Westler geöffnet. Es entstand eine Raserei der Umwandlungen alltäglicher Lebensweisen in die westlichen Moden, die man mit Zivilisation gleichsetzte. In allen Institutionen des sozialen und politischen Lebens wurden Männer, die auch nur mit einem Hauch der modernen Wissenschaften ausgestattet waren, in hohe Positionen befördert. Männer des "Neuen Wissens" wurden beinahe vergöttert, und der Wunsch eines jeden jungen Mannes war, die "waagrechte" Schrift der westlichen Bücher zu lesen. Die gesamte Nation verlangte voll Ungeduld nach den Wohltaten der neuen Zivilisation. Das Motto der Ära lautete: "Erleuchtung und Zivilisation". Usuis Vater, Uzaemon, war ein passionierter Anhänger des neuen Regimes und übernahm progressive, politische Ansichten. Usui hatte großen Respekt vor seinem Vater und wurde von dieser nationalen Besessenheit, "verwestlicht" zu werden, stark beeinflußt. Er bereiste verschiedene europäische Länder und setzte seine Studien in Naturwissenschaften und Medizin fort. Außerdem befreundete er sich mit einigen christlichen Missionaren, die in Harvard und Yale Medizin studiert hatten.

Während der Zeit, als Japan dem Westen die Türen öffnete, waren die ersten, die ankamen, Missionare der beiden Richtungen, Katholiken und Protestanten. Sie nahmen ihren Einsatz in drei Hauptgebieten auf. Eines davon war Yokohama, das unter dem Einfluß des Reverend John Ballagh stand. Hier begannen die Missionare mit ihrer medizinischen Arbeit und brachten das Wissen der westlichen medizinischen Wissenschaft mit. Sie wurden zu sehr einflußreichen Anführern und formten die erste japanische Kirch-e im Jahr 1872.

Zur gleichen Zeit war ein Japaner namens Neesima von seinen Reisen in Amerika zurückgekommen, wo er zum Christentum konvertiert war. 1876 gründete er in der Innenstadt von Kyoto - die über viele Jahrhunderte eine Hochburg des Buddhismus gewesen war - die Doshi- sha Schule. Doshi- sha wurde zu einem theologischen Seminar, das den Wahlspruch "Vereint im Ideal" annahm. In den späten 1860er Jahren führte Doshi- sha die liberale Theologie" ein und lud Unitarische Missionen aus Amerika ein. Diese Institution wurde ein Brennpunkt für Missionare, um Seminare und Unterricht über liberales christliches Gedankengut zu halten. Sie waren sehr offen für die Ideen des Darwinismus und naturwissenschaftlichen Ansichten des Lebens. Aufgrund Usuis umfangreicher Ausbildung in Theologie und Naturwissenschaften - verbunden mit seiner Freundschaft mit bestimmten Missionaren - ist es sehr wahrscheinlich, daß Usui einige dieser Seminare besucht hat und möglicherweise sogar eingeladen wurde, Reden zu halten. Aber aus seinen persönlichen Notizen ist klar zu ersehen, daß er das Christentum nicht annahm, und daß er der Lehre gegenüber ziemlich skeptisch war.

Usui lebte sein ganzes frühes Erwachsenenalter mit seiner Frau Sadako Suzuki und zwei Kindern - einem Sohn, Fuji, und einer Tochter - in Kyoto. Er war Geschäftsmann und hatte wechselnden Erfolg. Er traf auf einige Schwierigkeiten, aber seine Entschlossenheit und seine positive Lebensauffassung halfen ihm, alle Hindernisse zu überwinden. Er führte seine religiösen Studien fort und beteiligte sich an einer religiösen Gruppe namens "Rei Jyutsu Ka". Diese Gruppe besaß ein Zentrum am Fuß des heiligen Berges Kuramayama nördlich von Kyoto. Auf dem Berg (der nur 1700 ft. hoch ist ) befindet sich ein alter buddhistischer Tempel, Kurama- dera, der eine sehr große Statue des Amida Buddha hat, und der viele Kunstwerke beherbergt, die Teile des"Nationalen Schatzes" sind. Der Tempel gehört der Shingon- oder Mikkyo- Sekte des esoterischen Buddhismus und wurde im Jahr 770 n. Chr. errichtet. Kuramayama wurde seit Jahrhunderten als Kraftort angesehen, und viele berühmte Weise, wie auch Kaiser kamen hierher, um zu beten. Der Tempel und seine Umgebung wurden in natürlichem Zustand erhalten, und der Berg selbst ist das spirituelle Symbol des Tempels von Kurama. Stufen leiten hinunter zum Fuß des Berges, wo man sitzen und meditieren kann. Ganz in der Nähe befindet sich ein Wasserfall. Usui ging häufig an diesen Ort um zu meditieren. Er mochte es ganz besonders, an einem Platz nahe dem Wasserfall zu meditieren.

In dieser Zeit (um 1900 herum) erkrankte Usui an Cholera, die als Epidemie durch Kyoto fegte. Er erlebte eine profunde Nahtod- Erfahrung, in der er Visionen von Buddha Mahavairocana erlebte, von dem er direkte Anweisungen erhielt. Dies war eine lebensverändernde Erfahrung für Usui, die bewirkte, daß er sein Leben einer größeren Neubewertung unterzog. Er entwickelte ein ausgeprägtes Interesse an der esoterischen Wissenschaft des Heilens, wie sie vom Buddha gelehrt wird, und den mitfühlenden Wunsch, daß er diese Methoden lernen möge, um der Menschheit Gutes zu tun. Als er sich von seiner fast tödlichen Erkrankung erholte, begann er seine Erfahrungen mit seiner Familie und dem Hauspriester zu besprechen. Die waren über seine Behauptungen, erleuchtete Wesen gesehen zu -haben, empört, und der Tendai- Priester schlug ihm auf den Kopf und jagte ihn aus dem Tempel. Entschlossen, auf seine Fragen über die Vision Antworten zu finden, traf Usui schließlich einen Shingon- Priester - Watanabe, den Älteren - der Usuis enormes spirituelles Potential erkannte und ihn als Schüler annahm.

Usui wurde dann zu einem hingebungsvollen Shingon- Buddhisten, was seine Familie noch mehr empörte, und sie tilgte ihn aus der Ahnentafel. Usui wurde als Verräter an Familie und Ahnen angesehen. Ab diesem Tag weigerten sich seine Verwandten, über ihn zu reden, indem sie sagten, daß es nicht dem Wunsch der Ahnen entspräche, seinen Namen auszusprechen. Sogar seine Tochter fügte ihrem Testament eine Klausel bei, daß der Name ihres Vaters in ihrem Haus nie ausgesprochen werden dürfe.

Mikao Usui wendete viel Zeit und Geld auf, indem er den neu gefundenen spirituellen Pfad durch Studieren und das Sammeln buddhistischer Schriften verfolgte. Im besonderen studierte er buddhistische Heiltechniken und investierte eine enorme Menge an Geld in das Sammeln alter medizinischer Texte. Da er gute politische und akademische Beziehungen hatte, hatte er in verschiedenen Ländern viele Kontaktpersonen, die nach Texten für ihn suchten. Z. B. gab sein Kontaktmann in Bombay, Indien, Kaufleuten Gold, die entlang der Seidenstraße durch Tibet nach China reisten, um geheime Heiltexte aus Tibet oder China zu finden. Usui war besonders interessiert, Texte aus Tibet zu bekommen.

Kyoto war die Heimat vieler großer und umfangreicher buddhistischer Bibliotheken und Klöster, die Sammlungen historischer Texte besaßen. Usui erledigte viele seiner Forschungen dort. Es war in einem Antiquariat in Kyoto, daß er auf das Jantra des Aufleuchtenden Blitzes" stieß. Er fühlte, daß dieses eine wichtige Entdeckung war. Dieses Tantra stellte die Information zur Verfügung, nach der er gesucht hatte, und bot eine umfassende Heilungsmethode, die vom esoterischen Buddhismus abgeleitet war, wie er in Tibet praktiziert wurde. Der Text stammte aus dem 14. Jahrhundert, und war von Kobo Daishi, dem Begründer des Shingon- Buddhismus, nach Japan gebracht worden. Usui schickte seine Agenten auf der Suche nach anderen, verwandten Texten sowohl nach China als auch nach Tibet.

Viele Jahre lang fuhr Usui fort, diese medizinischen Tantras zu sammeln, zu studieren und zu praktizieren. Er wurde ein fortgeschrittener Praktizierender und Meditationsmeister. Sein engster Freund - Watanabe Kioshi Itami, der Sohn seines buddhistischen Lehrers - wurde sein ergebenster Student. Im Laufe der Zeit wurde Usui zu einem respektierten und gelehrten buddhistischen Lehrer mit einem Gefolge ergebener Studenten. Sie trafen sich regelmäßig, und Usui lehrte aus den Texten, die er gesammelt hatte. Der Brennpunkt seiner Belehrungen war das Heilen und der Nutzen für die Menschheit durch Heilen. Sie praktizierten sowohl umfängliche Rituale, um neu aufgetretene Erkrankungen, die Japan verheerten, abzuwehren, als auch esoterische Praktiken zum Heilen jeder Art von Krankheit.

Mikao Usui war tatsächlich ein Mann, der seiner Zeit voraus war. Er ging gegen die sozialen Normen seiner Zeit an, die sehr Sekten- und Klassen- orientiert waren. Usui glaubte, daß jeder ungeachtet seines religiösen Glaubens Zugang zu den buddhistischen Heilmethoden haben sollte. Er wollte einen Weg finden, diese kraftvollen Methoden dem einfachen Mann ohne lange beschwerliche Praxis zugänglich zu machen. Aus seinem großem Mitgefühl und Entschlossenheit heraus, gelobte er, eines Tages einen Weg zu finden, um eine Heilmethode zu entwickeln, die jede Art von Krankheit heilen könnte und jeden ungeachtet seines Hintergrundes, seiner Erziehung oder seiner Religion gelehrt werden könnte.

Es war während eines 21 Tage dauernden Meditationsretreats im Jahr 1914, daß Usui die Antwort auf seine Gebete erhielt. Usui ging zu seinem bevorzugten Meditationsort am Kuramayama und unterzog sich "lsyu Guo", einer intensiven Praxis, bei der er einiges von dem tantrischen Material verwendete, das er gesammelt hatte. Während seiner Erfahrung von Satori realisierte er den Weg von Reiki. Durch die Destillation jahrelangen Studiums und Praxis war Usui fähig geworden, eine Methode zu erkennen, um die Essenz dieser buddhistischer Praktiken zu den Massen zu bringen. Er nannte sie Rei Ki - spirituelle Energie.

Zuerst praktizierte er seine neu entdeckte Methode an seiner Familie und seinen Freunden. Danach bot er seine Heilmethode dem Untere- Klasse- Viertel von Kyoto an. Kyoto ist ein religiöses Zentrum, und die Menschen, die auf der Strasse leben, werden hereingebeten, und es wird für sie gesorgt, wobei jede Familie auf "ihre" Leute aufpaßt. Usui öffnete sein Haus vielen Menschen, und er brachte ihnen sieben Jahre lang Reiki. Das gab ihm die Möglichkeit, seine neue Heilmethode zu perfektionieren und zu verfeinern. In der Zwischenzeit fuhr er fort, regulären Unterricht für seinen wachsenden "Kreis" von buddhistischen Anhängern zu geben, und sein System weiter zu entwickeln und zu verfeinern.

1921 zog Usui nach Tokyo, wo er als Sekretär von Pei Gotoushin, dem Premierminister von Tokyo, arbeitete. Er eröffnete eine Reiki- Klinik in Harajuku, außerhalb Tokyos. Er begann, Klassen einzurichten und unterrichtete sein System von Reiki. Einige seiner führenden älteren Studenten, die alle seine Belehrungen einschließlich der esoterischen buddhistischen Heilmethoden erhielten, schließen ein:

• Watanabe Kioshi Itarni, sein lebenslanger Freund und Student aus Kyoto. Es war Watanabe, der alle Notizen Usuis und die Sammlung der buddhistischen Tantras erbte, als Usui starb.

• Bo Taketomi, der Marineoffizier war

• Wakami

• Takeuchi Sensei, ein buddhistischer Mönch

• Fünf buddhistische Nonnen, deren Namen nicht bekannt sind

• Kozo Ogawa. Ogawa eröffnete ein Reiki- Klinik in der Stadt Shizuoka. Er war sehr aktiv in der Verwaltung der Reiki Society. Er übergab sein Werk einem Verwandten, Fumio Ogawa, der noch lebt.

1922 gründet Usui die Reiki Society, die Usui Shiki Reiki Ryoho Kenkyukai genannt wurde, und er fungierte als deren erster Präsident. Diese Gesellschaft war offen für die, die Usuis Reiki studiert hatten. Die Gesellschaft existiert noch immer und hatte seit Usui fünf Präsidenten: Mr. Taketomi, Mr. Watanabe, Mr. Wanami, unbekannt, Ms. Koyama, die die Stelle noch inne hat. Die Gesellschaft begann eine neue "Religion" oder spirituelle Organisation, was zu jener Zeit in Japan ein übliches Verfahren war.

Am 01 . September 1923 wurden Tokyo und die umgebenden Gebiete von dem verheerenden Kanto- Erdbeben getroffen. Der größte Teil von Zentral- Tokyo wurde dem Erdboden gleichgemacht und völlig vom Feuer zerstört. Ober 140.000 Menschen wurden getötet. In einem Augenblick wurden 40.000 Menschen eingeäschert, als ein Feuertornado über das offene Gelände fegte, wo sie Sicherheit gesucht hatten. Die Feuer brachen aus, weil das Erdbeben mittags zuschlug, als zahllose Hibachi- Kohleöfen bereit zum Kochen des Mittagessens waren. Die Holzhäuser entzündeten sich rasch, als sie durch die Erdstöße zusammenstürzten. Drei Millionen Häuser wurden zerstört, wodurch Unzählige obdachlos wurden. Ober 50.000 Menschen wurden schwer verletzt. Die öffentlichen Wasser- und Abwassersysteme waren zerstört. Es dauerte Jahre, bis der Wiederaufbau stattfand.

Als Antwort auf diese Katastrophe gaben Usui und seine Studenten zahllosen Opfern Reiki. Seine Klinik wurde schon bald zu klein, um die Scharen der Patienten zu versorgen, deshalb baute er im Februar 1924 eine neue Klinik in Nakano außerhalb Tokyos. Sein Ruf verbreitete sich rasch in ganz Japan, und er begann, aus dem ganzen Land Einladungen zu erhalten, zu kommen und seine Heilmethoden zu lehren. Vom Kaiser wurde ihm der Kun San To, eine sehr hohe Auszeichnung (vergleichbar mit einer Ehrendoktorwürde), verliehen, die an die Personen geht, die ehrenvolle Taten vollbracht haben. Sein Ruf verbreitete sich bald über die ganze Region, und viele berühmte Heilkundige und Ärzte begannen, um Belehrungen nachzusuchen.

1923 begann Usui, eine vereinfachte Form des Reiki öffentlich zu lehren, um dieser Forderung nachzukommen. Zwei seiner bemerkenswertesten Studenten waren-. Toshihiro Eguchi, der mit Usui in ... studierte...

@ 1997 The Way of Rei Ki

Deutsche Erstübersetzung: C. Bernet, August 2000


Die Kopien enden hier -

Sarva mangalam.


3.
DR. USUIS LETZTER BRIEF
DR. USUIS BRIEF MIT RATSCHLÄGEN FÜR SEINEN NACHFOLGER,
DR.WATANABE

Dieser Brief war an den Text des Tantra des Aufleuchtenden Blitzes geheftet,
um 1925.

Übersetzt 1995. Transkribiert 26.09.1994.

Ich, Usui, habe beschlossen, meine Motive, Bestrebungen und die Gründe schriftlich niederzulegen, warum ich die neue spirituelle Wissenschaft eingeführt habe, die in Wirklichkeit eine sehr alte spirituelle Wissenschaft ist, die verloren und vergessen gewesen war.

Ich wurde meinem Vater als erster Sohn geboren, als Ältester von drei Brüdern und zwei Schwestern. Mein Vater war ein Angehöriger des niederen Adels, der in seiner Weisheit - oder vielleicht auch Schlauheit - die Schrift an der Wand bzgl. der alten Regierung des militärischen Shogunats verstanden hatte, das in den vor meiner Geburt vergangenen 50 Jahren wie ein gebrauchter und ausrangierter Tisch gewackelt hatte, der schließlich aufgrund der Weisheit und sehr gut koordinierten Machenschaften des Kaisers Meiji und seiner vielen Unterstützer auf den Boden krachte. Das führte zu einer Veränderung der nationalen Haltung, die beeindruckend war.

Seit der Zeit der Naro- Periode oder sogar schon davor bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich Japan - obwohl es das niemals zugegeben hätte - China und der westlichen Richtung wegen seiner Inspiration und Zivilisation zugewendet. Das war gut, weil die Chinesen beides tatsächlich besaßen. Sie segneten Japan nicht nur mit den Grundlagen von Kunst, Sprache, Schrift, der Kunst der Kalligraphie und natürlich dem großen Geschenk des Dharma, den Lehren des Konfuzius und den Lehren des Laotse, sondern pflanzten auch ihre Vorlieben für die Aufrechterhaltung von Stabilität und die Verhütung sozialer Veränderungen ein. Dieses, meine ich - wenigstens meinte ich es zu dieser Zeit, wie das viele junge Leute taten - war nicht gut.

Als ich 16 Jahre alt war, sah ich meine erste Dampfmaschine und war von ihrer Symmetrie, Perfektion, Eleganz, Schönheit und auch ihrer Funktion zu Tränen gerührt. Kurz danach gab es einen Zustrom von Gaijin - westlichen Barbaren - nach Japan. Nach dem ersten Eindruck glichen sie den Legionen der Dämonen der Vorväter. Mit ihrem hellen Haar und den rötlichen Gesichtern sahen sie aus wie die Lieblinge des Herrn des Todes selbst, die sich von unter der Erde erhoben hatten, und sicherlich bestärkte der Geruch , der von ihnen ausging, die Meinung der meisten Leute, daß sie nicht von Osten nach Japan gesegelt waren- diese Seebarbaren, die Rundaugen; sondern daß sie zweifelsohne den untersten Bereichen des Herrn des Todes entsprungen waren.

Schließlich traf ich einen, Mr. Phillips, der beides war, ein Praktizierender seiner Religion Christentum war - einer, der es auslegt, ein wenig so wie ein Priester, bekannt als "Laienprediger"- und ein Doktor Medizin, als auch ein Philosoph. Als ich mit ihm bekannt wurde, fand ich in ihm ein wirklich bemerkenswertes Individuum, das - obwohl völlig befremdend in seinem Verhalten und seinen Umgangsformen - ich nichtsdestoweniger als Mitmenschen und als von großer Intelligenz anerkannte. Ich wünschte - wie viele andere junge Leute - all dieses westliche Wissen zu lernen, und ich hätte jedes Opfer gebracht, um ihr Wissen einzusaugen, sogar in einem Raum mit diesen duftenden Wesen zu sitzen.

Ich fand ihn neugierig auf unsere Lebensart, und eines Tages stellte er die Frage, auf die ich gewartet hatte. Er fragte, warum die meisten Leute sich von den Fremden abgestoßen fühlten. Freudig gab ich ihm eine Antwort: weil sie nicht badeten. Das bestürzte und amüsierte ihn, und er informierte mich darüber, daß er mindestens einmal im Monat baden würde. Ich informierte ihn darüber, daß die meisten Japaner, die es konnten, mindestens einmal am Tag badeten und daß sie - im Gegensatz zu seinem Volk - sehr wenig unter Furunkeln, Karbunkeln und anderen Hauterscheinungen litten. Das erstaunte ihn, und er wollte wissen, wie wir das Eintauchen in so kaltes Wasser jeden Tag überstehen würden, und ob sich das nicht in widriger Weise auf unsere Gesundheit auswirken würde. Ich befürchte, daß ich in Lachen ausbrach, und ich erklärte ihm die Methode, daß unsere Bäder beheizt seien. Er sagte, ja, er hätte auch schon einige Bäder genommen, die dadurch geheizt worden seien, daß man einen Topf heißes Wasser in eine Kupferwanne geschüttet hätte.

Ich sagte ihm, daß dies nicht die Art sei, wie eine zivilisierte Person bade und lud ihn ein, mein Bad zu genießen. Er war furchtbar überrascht und bescherte mir damit eine Erheiterung ohne Ende, als er ins heiße Wasser stieg und weit röter heraus kam, als ich je einen Menschen zuvor gesehen hatte. Ehrlich gesagt, hatte sein ganzer weißer Körper, der mich an die Unterseite der Tentakeln eines Octopus erinnerte, als er aus dem Bade stieg, eine äußerst überraschende Schattierung von Scharlachrot. Wie dem auch sei, er genoß das Bad enorm und erkundigte sich, ob vielleicht so eine Sache für ihn gebaut werden könnte. Das wurde getan, und es wurde tatsächlich zu einer Mode unter vielen seiner Freunde, was eine Erleichterung für viele der Studenten war, die mit ihnen studierten.

Mir wurde sogar von der Familie eines Studenten gratuliert, und ich wurde mit einer, zumindest für einen 18 Jahre alten Jungen, ziemlich großen Geldsumme beschenkt, weil ich die Gaijin in die korrekte, zivilisierte Sitte des Badens eingeführt und so eine große Menge von Wa für die Gemeinschaft begründet hatte, die vorher durch die bemerkenswerten und durchdringenden Gerüche gestört worden war; die Gerüche, die anscheinend von jedem Gegenstand angenommen wurden, der mit ihnen in Kontakt kam.

Mr. Phillips erklärte mir die Lehre des Christentums, die mich reichlich überraschte. Es erschien mir so, daß ziemlich viele Ähnlichkeiten zur Reinen- Land- Praxis des Amida bestünden. Ich war am Ende sogar in der Lage zu verstehen, daß Mr. Jesus vielleicht die Lehre der Reine- Land- Schule gelernt und versucht hatte, es seinen Leuten zu erklären, die schwach an Verstand waren und ihn durch die Kreuzigung bestraften. Das Wichtigste, was ich natürlich weder zu jener noch zu irgendeiner anderen Zeit in der Zukunft akzeptieren konnte, war, daß man nur einmal lebte, und daß man einem ziemlich unbeständigen, leichtfertigen, unfreundlichen und rachsüchtigen Gott gehorchen mußte. Als Buddhist wußte ich, daß die Buddhas immer gut sind, aber während dieser Jahre - vom 16. bis 27. Lebensjahr - lehnte ich meinen Glauben ab und lief dem großen Gott "Wissen" hinterher; oder wenigstens den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die von den Gaijin in unser Land gebracht worden waren.

Ich studierte Medizin, und ich studierte auch Physik, und ich wurde durch die freundlichen Belehrungen von Mr. Phillips und anderen Lehrern - einige von der Princeton University, einige von der Harvard University und einige von der University of Chicago - Doktor der Medizin. Durch einen Erlass des Kaisers wurde mir der medizinische Grad gewährt und ich durfte mit Dr. Phillips und seinem Kollegen - einem holländischen Arzt, einem Dr. Kerngold - zu praktizieren. Ich begann die Feinheiten der Chirurgie zu erlernen, nachdem ich Pharmakologie, und die Behandlung und die Diagnosestellung der Krankheiten gemeistert hatte.

Unglücklicherweise bewegte sich zu dieser Zeit eine Cholera- Epidemie nach Japan, die unsere Leute und im besonderen mich selbst heimsuchte. Ich wurde im Alter von 27 (Jahren. A. D. 0.) betroffen. Zu dieser Zeit war die einzige Behandlung gegen Cholera, kleine Pillen gerollten Opiums unter der Zunge zergehen zu lassen. Das verlangsamte die Bewegungen des unteren Darmes, und die Person dehydrierte nicht so stark. Das einzig andere, das empfohlen wurde, war eine milde Mixtur aus Salzwasser, Kaliumchlorid mit Fruchtsaft gemischt, um Dehydratation und den Verlust von Elektrolyten zu verhindern, was sich sonst übel auf das Salz- KaliumGleichgewicht im Körper auswirkte.

Über Opium'möchte ich sagen, daß ich damals und auch später in meinem Leben herausgefunden habe, daß es einen Weg darstellt, das Bewußtsein auf künstliche, aber effektive Art zu öffnen. Ich lernte später, daß ich all das einfach durch Meditation erreichen konnte. Jedoch öffnete es zu dieser Zeit meinen Geist, und ich bin sicher, daß auch die Erkrankung diesen Effekt auf mich hatte.

Eines Abends war ich in Bewußtlosigkeit gesunken, zumindest unfähig, meinen Körper irgendwie zu bewegen, als ich Dr. Phillips zu zwei seiner japanischen Kollegen - Tome Dak, an den anderen Namen kann ich mich nicht erinnern. Er war ein Neffe von Anoi Tetsuma - traurig sagen hörte, daß ich die Nacht nicht durchhalten, daß ich meinen Geist aufgeben würde, daß mein Blutdruck vernachlässigbar niedrig sei und daß mein Herzschlag so schwach sei, daß er (Dr. Phillips. A. d. 0.) nicht erwarte, daß mein Herz den Rest des Abends und der Nacht durchhalten würde. Das bewirkte eine große Traurigkeit in den Anwesenden. Es bewirkte nicht so viel Traurigkeit in mir.

Ich erinnerte mich an die Belehrungen aus meiner Kindheit und dachte an das Reine Land des Buddha Amida und daß ich dorthin gehen würde, weil ich den Glauben hatte. Im Geiste begann ich das Amida- Mantra "Namo Amida Butso, Namo Amida Butso, Namo Amida Butso" zu rezitieren und dann kam ich in tieferes, halbbewußtloses Träumen und dann in tiefe Schwärze; einen traumlosen Zustand, aus dem ich am frühen Abend aufzuwachen begann. Dann bemerkte ich, daß ich nicht im Krankenzimmer am Aufwachen war, sondern an einem Ort, der voll war von Licht, dem höchst wundervollen goldenen Licht. Ich dachte mir: "Ich bin tot, und ich erblicke die Versammlung des Reinen Landes."

Tja, in beiden Fällen lag ich falsch. Ich erblickte Mahavairochana. Zu seiner Rechten war Amida. Zu seiner Linken war der Medizin- König. Ober dem Kopf von Mahavairochana war unser erster Lehrer Shakyamuni. Sie waren von zahllosen Buddhas und Bodhisattvas und ihren Gefolgen umgeben. Sofort empfand ich große Trauer, als ich mich erinnerte, daß ich sie abgelehnt hatte.

Dann sprach Mahavairochana zu mir, und ich erblickte sein Gesicht, das freundlichste und liebende Gesicht, frei von Leidenschaft und Anhaftung, doch voll Mitgefühl mit allen fühlenden Wesen. Er sagte zu mir:" Mein armes Kind, du befürchtest, daß auch wir dich ablehnen, weil du deinen alten und ererbten Glauben abgelehnt hast. Für ein vollkommen erleuchtetes Wesen, einen Buddha, ist es nicht möglich, wütend zu werden, oder bösartige oder üble Gedanken gegen dich zu hegen. Wir empfinden nur Mitgefühl für dich und alle Wesen, die im aufgewühlten Ozean von Samsara leiden, die beiden Schrecken von Geburt und Tod vor Augen.

Dadurch wurde ich überwältigt von Freude und Glück, und in diesem Moment verstand ich das Versprechen, das diese höchsten spirituellen Wesen zum Wohl der Menschheit auf sich genommen haben-, wissend, daß jeder in der Vergangenheit während vieler Kalpas einen menschlichen Körper gehabt und sich unnennbaren Leiden unterzogen hatte, bis sie in der Lage gewesen waren, ihre Köpfe über das Wasser von Samsara zu erheben, und das trockene Land von Nirvana zu betreten, indem sie ihre Buddhaheit erreichten - alle Dinge wissend, alle Dinge erfahren und das Mitgefühl entwickelt habend, das in keiner Situation ins Wanken gerät, sondern sich ausdehnt, bis es im höchsten Buddhageist perfektioniert war.

Als ich die Buddhas und Bodhisattvas beobachtete, fühlte ich mich entsetzlich unpassend und demütig vor ihnen. Ich verbeugte mich viele Male und sprach zu ihnen, drückte meinen Kummer darüber aus, daß ich mich von ihrer spirituellen Wissenschaft ab- und der physikalischen Wissenschaft zugewendet hatte, die uns von den Europäern und Amerikanern gebracht worden war.

Buddha Mahavairochana lächelte und sagte:" Aber du hast dich doch (gar) nicht abgewendet, mein Kind, denn alles Lernen und Wissen, das Leiden lindert, kommt vom Geist der Buddhas." Daraufhin wurde ich wieder von Freude erfüllt und war doch voll Angst, daß ich mir meinen Platz in der Versammlung im Reinen Land noch nicht verdient hätte.

Zu diesem Zeitpunkt sprach der Buddha Medizinkönig zu mir und sagte, daß ich - wie er es war - ein Arzt sei, und daß es meine Aufgabe, meine Mission, sei, daran zu arbeiten, und eine Synthese aus beiden Lehren herzustellen, wenn ich mich von meiner Erkrankung erholt haben würde. Zu diesem Zeitpunkt machte er mir die uralte Belehrung deutlich, daß die Lebensenergie - Hari - nicht vom Körper getrennt ist, und daß alles körperliche Leiden zuerst dem Hari entspringt, und daß das aufgrund der karmischen Verschleierungen und der vergangenen Handlungen geschieht, die zum Leiden führen. Das Skalpell des Chirurgen oder die Pille des Arztes können das Leiden nur zeitweilig lindern. Um einen Menschen wahrhaftig zu heilen, muß er von Unwissenheit, Haß und Begierde geheilt werden. Er muß ein moralisches Leben führen, achtsam den Mittleren Pfad gehen und die Erleuchtung für sich selbst und für andere suchen; daß dies die einzig wahre Heilung ist, daß der Dharma selbst der einzige Balsam und Medizin für das Leiden aller lebenden Wesen ist.

Als er aufgehört hatte zu sprechen, kam dann das blaue Licht von Probassa Vidurya - dem lapisiazulifarbenen - aus seinem Herzen und berührte mich. In diesem Moment wurden mein Geist und alles leer und dunkel.

Wie dem auch sei, ich wachte am nächsten Morgen auf. Zu meines Arztes Überraschung und Entzücken blieb von meiner Erkrankung kein anderes Symptom übrig als Schwäche. Ich erholte mich schnell. Zu dieser Zeit hatte man noch nie von einer Person gehört, die sich in meinem Zustand so vollständig erholt hatte, daß sie keine Symptome des Leidens gehabt hätte.

Unglücklicherweise erzählte ich Dr. Phillips und meinen Kollegen von meinem Traum. Sie gaben mir die Erklärung vom Opium, das ich eingenommen, und vom Fieber, das ich hatte, und sagten mir, daß ein Gelehrter der Wissenschaften niemals an solche Mythologien und solche Dinge glauben könnte, deren Herkunft vom dummen, analphabetischen Bauern seien.

Später - etwa eine Woche nachdem ich mich erholt hatte - ging ich zu meinem Priester, der mir eine ganz andere Geschichte erzählte. Beim Hören meines Traumes wurde er wütend und sagte mir, daß ich sehr arrogant sei; daß ich keine religiöse Person sei. Warum ich eine solche Lüge erzählen würde, eine solche Vision etc. gehabt zu haben, wie sie nicht einmal der größte Abt der größten Tempel gehabt hätte. Wie könnte ich - ein Student, der nicht einmal in traditioneller japanischer Weise gekleidet sei - überhaupt einen solchen Traum oder eine Erfahrung gehabt haben. Er rief seine Wachen, er schlug mich und warf mich im wörtlichen Sinne aus dem Tempelbereich.

Bis zu dieser Zeit war ich als Tendai aufgezogen worden. Wie dem auch sei, fast plötzlich traf ich eine wundervolle Person, die der Vater der Person war, die mein bester Freund wurde. Es war Watanabe, der Ältere. Er praktizierte eine Form des Buddhismus, bekannt als Shingon. Ich nahm ihn als meinen Mentor an und erklärte ihm den Traum. Gemeinsam führten wir zahlreiche Feueropferungen als Dank für den speziellen Segen, den ich durch das Erblicken der Gesichter der Versammlung der Buddhas erhalten hatte.

Ich begann mit Watanabe Bonze zu meditieren und zu studieren, und mein Leben änderte sich sofort. Ich wurde sehr ruhig. Meine Begierden und Verhaftungen begannen wegzubrechen, und die Verschleierungen, die ich seit meiner Kindheit in meinem Geist bewahrt hatte, begannen ebenfalls zu verschwinden - wie Wolken in der Morgensonne. Ich fuhr fort zu praktizieren und erhielt alle niedrigeren und einige der größeren Einweihungen seiner Shingon- Sekte. Es war ein großes spirituelles Erwachen für mich, und ich verstand, daß der Traum, in dem ich die Buddhas getroffen hatte, nur der Beginn des Weges war und sicherlich nicht sein Ende.

Indem ich das in meinem Herzen bewahrte, arbeitete ich als Arzt und wurde im Gebiet um Osaka herum ziemlich gut bekannt. Viele Leute wollten zu mir kommen, weil sie sagten, ich besäße in mir die Fähigkeit zum Heilen, und daß ich für diese Arbeit geboren sei. Das ist nicht ungewöhnlich unter den Landbevölkerung, die sich noch immer etwas erhalten hat, was viele Leute für Aberglauben halten; wovon ich einige Jahre vorher geglaubt hatte, daß es dummer Aberglauben wäre, wovon ich nun glaubte, daß es eine Wahrnehmungsfähigkeit und eine Weisheit wären, die das Wissen, das man erlernt, überstiegen - aber eine Weisheit und ein Verständnis der eingeborenen Realität der Dinge, wie sie sind, die über die normale Wahrnehmung hinaus gingen.

Als ich 34 Jahre alt war, reiste ich nach Kyoto, und dort fand ich in einem Buchladen ein altes Lackkästchen, das das Siegel des Emorji Shingon Tempel trug. Als hingebungsvoller und glühender Shingon- Anhänger hatte ich das Gefühl, daß es einige der Sutras oder Kommentare enthalten müsse, und sofort kaufte ich es für einen geringen Preis. Das Äußere des Kästchens war aus einem sehr schönen Teak- und das Innere aus Kampferholz. Ich nahm es mit nach Hause und entdeckte den Schatz, den ich gefunden hatte - einen, nach dem ich gesucht hatte, ohne zu wissen, daß ich nach ihm suchte, und einer, der mir durch die Güte und das Mitgefühl der Buddhas und Bodhisattvas der Drei Zeiten anvertraut worden war.

Es war zu dieser Zeit, daß ich begann, über das Material, das im Tantra des Aufleuchtenden Blitzes enthalten ist, zu meditieren. Beim Lesen und Meditieren wurde es mir sehr klar, daß es hier ein spirituelles Heilsystem gab, das von den Lippen und der Zunge des Buddha Shakyamuni enthüllt worden war, und das durch die Ignoranz und Achtlosigkeit der Menschheit für lange Zeit verloren gegangen war. Es war dann meine Entscheidung, daß ich dieses System der Heilung studieren und perfektionieren wollte, um es im Alter vielleicht bestimmten, ausgewählten Studenten zu übergeben, die es dann verbreiten sollten.

Zu dieser Zeit kam mir extrem klar zu Bewußtsein, daß dieses die Mission war, auf die mich die Buddhas zu der Zeit geschickt hatten, als ich den Traum hatte. Daß dieses der Weg sei, dem ich folgen mußte, und daß das die Art wäre, durch die ich, Usui, die Ebene der Erleuchtung erlangen würde, indem ich diese Methodologie verbreiten und praktizieren würde, die nicht nur die äußerlichen, physischen Leiden, sondern auch die innerlichen Leiden und Verschleierungen der Menschheit lindert. Das würde über beide, die chinesische und die europäische Medizin hinausgehen. Das würde jedes System ergänzen und ihm nicht widersprechen, und wäre andererseits die Wurzel beider Systeme, da es von den Buddhas herstammte, und wie jedes Wissen - beides: das Wissen der Chinesen und das Wissen der Guilo, egal welches - ebenfalls von Geist der Buddhas stammte, im Besonderen das Wissen vom Heilen vom König Medizinbuddha. So fühlte ich, daß es dies war, worauf sich der Traum bezog, den ich während meiner Krankheit erfahren hatte. Auch erklärte das die wunderbare Genesung, die sich ereignet hatte, als die Ärzte, die mich behandelten, gesagt hatten, daß ich nicht bis zum nächsten Morgen durchhalten und mich nicht mehr erholen würde.

Dieses waren die zwei Ereignisse, die den Weg meines Lebens geändert haben und mich zu der Erfüllung führten, die ich jetzt beim Niederlegen dieses Schreibens empfinde, damit mein Student Watanabe, der Sohn meines Mentors Watanabe, folgen kann; und ich gebe ihm einige Ratschläge sowohl bezüglich des Verhaltens und bezüglich der Art, wie sich ein Arzt - besonders ein buddhistischer Arzt - in der Beziehung zu anderen benehmen sollte, als auch in der Beziehung zu seinen Patienten.

Ich habe dieses jetzt niedergeschrieben, damit er (Watanabe. A. d. 0.) etwas hat, um so meine Gefühle zu verstehen, warum ich das System, das Reiki genannt werden soll, eingeführt habe und meine Empfindungen zu den inneren und äußeren Teachings und ihrer Anwendung. Ich habe eine kleine Geschichte über mich selbst erzählt und werde noch ein bißchen mehr davon erzählen, wenn ich vielleicht fortfahre, denn was der Mensch nicht mag, ist, zu anderen über seine Vergangenheit zu sprechen. Es ist eine gewöhnliche menschliche Schwäche, die möglicherweise keine Schwäche, sondern vielleicht ein Weg ist, Erfahrungen zu teilen, mit denen wir für andere sorgen; um tatsächlich unser Leben und unsere Lebensereignisse zu teilen - als ein Teilen, nicht als Gewähren von Wissen im engeren Sinne, sondern ein Teilen der gewöhnlichen menschlichen Lebensbedingungen, die alle fühlenden Wesen erfahren, die auf der menschlichen Ebene sind. Vielleicht können wir von dieser Gemeinschaftlichkeit der Erfahrungen aus Weisheit und Verständnis erlangen.

So sind hier einige Ratschläge und Dinge, die ich gerne sagen würde:

Als erste möchte ich Vergänglichkeit und Unbeständigkeit diskutieren. Ich bin nicht der selbe Mann, der ich war, als ich heute morgen aus dem Bett aufstand, und wenn ich morgen aus dem Bett aufstehe, werde ich nicht derselbe Mann sein. Mein Körper besteht zum größten Teil aus Wasser, und tatsächlich wird innerhalb eines Zeitraumes von 24 Stunden dieses Wasser in meinem Körper ein anderes Wasser sein als das, das ich erfuhr, als ich heute morgen aufstand. Wenn ich heute abend zu Bett gehe, wird das meiste dieses Wassers sich verändert haben. Wenn ich morgens aufstehe, wird das Wasser, das gestern in meinem Körper war, nicht mehr vorhanden sein, aber neues Wasser wird da sein, das ich durch das Herunterschlucken meines Tees, durch das Essen meiner Nahrung und durch das Trinken von Wasser selbst oder dem Saft von Pflanzen usw. zu mir genommen habe.

Die Proteine in meinem Körper werden sich verändert haben, weil viele von ihnen - das Albumin - über meinen Urin und meine Defäkation ausgeschieden sein werden. Ich habe andere Proteine durch meine Nudeln, durch Weizen zu mir genommen, durch Fisch, den ich gegessen habe, und durch Fleisch, das ich gegessen habe - alles das sind neue Proteine, die ich mir zugeführt habe. Meine Haut wirft viele Zellen ab. Jedes Mal, wenn ich mich bewege, fallen Zellen, die trocken sind, von meiner Haut ab und werden durch neue Zellen ersetzt. Mein Muskelgewebe wird ersetzt und so weiter.

Da gibt es einen ständigen Wechsel in meinem Körper. Da gibt es einen ständigen Wechsel bei allem um mich herum. Nun sollte sich der Reiki- Praktizierende dessen bewußt sein; sollte über seine eigene Vergänglichkeit meditieren und den Tod als unvermeidlich ansehen. Nicht als Freund, noch als Feind, sondern als Ereignis.

Wir haben viele Ereignisse in unseren Leben. Von den Freunden, die ich dieses Jahr habe, sind manche die gleichen und manche andere als die, die ich letztes Jahr hatte oder im Jahr davor oder vor 10 Jahren. Sollte ich weitere 10 Jahre leben, werden die Freunde, die ich habe, andere sein. Sie werden nicht die selben Leute sein, die ich jetzt kenne, weil sie sich ebenfalls verändert haben werden, und ich werde neue Freunde gewonnen und alte Freunde entweder durch einfache Trennung oder durch Tod verloren haben.

Viele Ereignisse geschehen. Vergänglichkeit ist überall um uns herum. Die Sonne geht auf und unter, die Blume blüht und welkt, das Gras wächst und wird gemäht, der Baum, der 300 Jahre wuchs, wird von der Axt des Waldarbeiters gefällt. Alle Dinge sind vergänglich und dem Wechsel unterworfen. Aber ihr wisst, daß diese Dinge nur eine Illusion, ein Schatten sind. Sie sind nicht die Realität. Sie sind nur die Realität, die wir durch unseres umwölkten Geist wahrnehmen. Sie sind nicht die wahre Realität, die tatsächlich um uns herum existiert; diese wahre Realität, die der Geist aller Buddhas ist.

Auch der Tod ist als Ereignis ebenso vergänglich. Ja, auch der Tod ist eine Illusion. Selbst Krankheit ist eine durch karmische Verschleierung verursachte Illusion. Vielleicht ist das Leben selbst eine durch karmische Verschleierung verursachte Illusion. Denkt darüber nach.

Und denkt darüber nach, daß ich auch ein Fluß bin. Ich fließe durch die Zeit. Ich treffe auf Felsen und auf meine Ufer, die meine Windungen verursachen. Diese sind meinem Karma vor mich gestellt. Ich fließe noch um die Felsen herum. Hinter mir ist der Nebel, aus dem ich geflossen bin. Vor mir ist der Nebel, in den ich hinein fließe. Ich bin ein Fluß, der durch die Zeit fließt. Ich habe keinen Anfang, und ich habe kein Ende, und ich bin ständig in Bewegung. Tod ist unwichtig. Leben ist unwichtig. Leben selbst ist ein Glied in einer Kette oder eine kleine Welle rund um einen Felsen im Fließen meines Stroms. Weil ich, Usui, ein Fluß bin. Ich fließe von der Vergangenheit zur Zukunft, durch viele Windungen, trotzdem bin ich der gleiche Fluß in der Vergangenheit, in der Gegenwart, in der Zukunft.

Jeder ist ein Fluß, der von der Vergangenheit zur Zukunft fließt. Jeder Bewußtseinsstrom ist einzigartig, aber derselbe. Das Wasser, das in dem einen Fluß fließt, ist von gleicher Substanz wie das Wasser, das in den anderen Flüssen fließt. Es ist nicht verschieden. Seine Formel ist immer noch 1-120. Es mögen unterschiedliche Salze in ihm gelöst sein, und es mag eine andere Richtung nehmen; es mag weit und träge oder eng und eilig sein, aber es ist noch Wasser. Das ist unser aller Einheit. Das Wasser in dem einen Fluß ist dasselbe wie das in jedem anderen Fluß.

Wenn Leben eine Illusion ist, um wieviel mehr ist auch der Tod eine Illusion. Wenn Glück eine Illusion ist, um wieviel mehr ist auch Leiden eine Illusion. Wenn Liebe eine Illusion ist, um wieviel mehr ist auch Haß eine Illusion. Diese Dinge haben keine tatsächliche Existenz. Sie sind Phantome, die durch den Geist ziehen. Sie sind Federn, die in den Wind geblasen werden. Sie sind Kieselsteine, die von einem Hang herunter rollen. Aus der großen Leerheit sind alle Dinge erstanden und sind in die große Leerheit eingetreten. Alle Dinge kommen wieder. Aus dem unendlichen Licht sind alle Dinge erstanden, und alle Dinge werden zum unendlichen Licht zurückkehren. Das einzige, überdauernde Ding ist der Geist des Buddha, der alle Existenz durchdringt.

Und wir sind der Buddha. Es sind tatsächlich nur unsere eigenen Verschleierungen, unsere eigenen umwölkten Gedanken, unser eigenes Nicht- Verstehen, das uns von der totalen und vollständigen Erleuchtung trennt. Der wahre Reiki- Praktizierende wird das realisieren. Beim Behandeln einer Krankheit muß er die Wahrheit realisieren, daß die Krankheit vergänglich und eine Illusion ist. Sie ist entstanden und wird vergehen. Vielleicht wird sich der Tod ereignen, aber das ist auch eine Illusion. Und die Krankheit wird mit dem Tod vergehen, und das Fließen des Flusses wird andauern. Weiter und weiter durch die Zeit. Man muß diese Dinge nicht einfach als ein Segment oder ein Stück ansehen. Man muß die Dinge als kontinuierlich und ununterbrochen, als den Fluß des Bewußtseinsstromes durch die Zeit ansehen. Aber dann müssen wir uns daran erinnern, daß auch Zeit eine Illusion ist, und daß sie keine tatsächliche Bedeutung für oder eine Auswirkung auf uns hat.

Dieses sind profunde Wahrheiten und Realisationen, die zu mir gekommen sind, und ich weiß tiefinnerlich, daß sie auch nur Illusionen und vergänglich sind. Ich habe sie erfahren. Vielleicht werden andere, die meine Worte lesen, sie auch erfahren. Aber auch sie haben keine Dauerhaftigkeit. Dieses Konzept der Vergänglichkeit muß dem Geist des Praktizierenden von Reiki - der spirituellen Wissenschaft -, vollkommen aufgeprägt sein. Ist es das nicht, dann ist die Praxis fruchtlos.

Vor der Diskussion der Praxis selbst, hatte ich diese Dinge sagen wollen. Sie sind die Worte eines närrischen alten Mannes und haben keine tatsächliche Bedeutung. Aber wenn sie vielleicht in Dir, mein Student Watanabe, Nachdenken hervorrufen können, dann werden sie dem Zweck gedient haben, für den sie geschrieben wurden, obwohl sie von geringem Wert sind.

Ich beende jetzt diesen Teil des Diskurses. Ich werde ihn in der Zukunft fortsetzen. Aber erinnert euch, daß da keine Vergangenheit ist, und daß da keine Gegenwart ist, und daß da keine Zukunft ist, weil die Zeit selbst eine Illusion ist, und daß auch sie durch ein einziges Händeklatschen in die Leere, die eine Erfahrung, die zeitlose Realität, die der Geist des Buddha ist, zurückgeschickt werden kann.

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